Zwei Menschen, zwei Ausgangslagen
Es gibt Shootings, bei denen beide gleich starten. Und es gibt solche wie dieses.
Tatjana ist angehendes Petite-Model und fühlt sich vor der Kamera schlicht wohl. Blick, Haltung, Timing – das war von der ersten Minute an da, ohne dass ich viel hätte sagen müssen. Yanick dagegen ist es nicht gewohnt, fotografiert zu werden. Am Anfang war er entsprechend angespannt, und das ist völlig normal: Kaum jemand steht zum ersten Mal richtig vor einer Kamera und ist sofort locker.
Das Schöne an so einer Konstellation: Die eine Hälfte nimmt die andere mit. Und genau das ist an diesem Abend passiert.
Kaiserstuhl – Altstadt, Rhein und eine viel befahrene Brücke
Kaiserstuhl liegt im Aargau direkt am Rhein, gegenüber der deutschen Seite. Ein kleines mittelalterliches Städtchen, das man in wenigen Minuten durchquert hat – enge Gassen, alte Mauern, efeubewachsene Treppen und unten der Fluss.
Wir sind zuerst einfach ein bisschen herumgelaufen. Gassen, Treppen, das Ufer. Dann die Brücke, auf der ständig Autos fahren: ein paar Bilder, zur Seite treten, warten, nochmals ein paar Bilder. Es war der 9. August, ein heisser Sommerabend, und dieses Hin und Her hatte etwas Lockeres – man kann nicht verkrampft posieren, wenn man alle dreissig Sekunden einem Auto ausweicht.




Auftauen
Je länger der Abend, desto weniger war von Yanicks Anspannung übrig. Erst ein Lächeln, das nicht mehr für die Kamera war. Dann ein Blick zu Tatjana, der länger blieb als nötig. Und irgendwann war er einfach da – bei ihr, nicht mehr beim Fotografen.
Das sind die Bilder, auf die man wartet. Nicht die perfekte Pose, sondern der Moment, in dem jemand aufhört, sich zu kontrollieren.





Über den Rhein – auf die Weide
Für den Sonnenuntergang sind wir über den Rhein gefahren, auf eine Weide zwischen den Kühen, mit Blick über die Hügel. Dass wir damit in Deutschland waren – in Hohentengen am Hochrhein – habe ich erst im Nachhinein herausgefunden. Der Grenzübergang liegt direkt auf der Brücke, und wer das Licht im Blick hat, achtet nicht auf Landesgrenzen.
Trockenes Gras, ein weiter Himmel, die letzten warmen Strahlen von der Seite. Dort sind die Bilder entstanden, die diesen Abend ausmachen: Yanick, der Tatjana über die Weide jagt. Die beiden, die im Gras sitzen und die Kamera vergessen. Und ein Kuss, bei dem nichts mehr gestellt war.


























Danke, ihr zwei
Ein heisser, wunderschöner Sommerabend – und ein Shooting, das zeigt, wie unterschiedlich zwei Menschen starten können und trotzdem am selben Punkt ankommen. Tatjana hat mir die Arbeit von Anfang an leicht gemacht. Yanick hat sie mir am Ende leicht gemacht. Beides zählt.
Selbst ein Paarshooting am Rhein?
Wenn einer von euch sich vor der Kamera sicher fühlt und der andere nicht – kein Problem. Das ist eher die Regel als die Ausnahme, und es löst sich fast immer im Lauf des Abends. Es braucht keinen Plan, nur ein bisschen Zeit, einen Ort mit gutem Licht und die Bereitschaft, Autos auszuweichen.
Schaut euch mein Paarshooting an oder schreibt mir ganz unverbindlich. Und wer wissen will, wie man vor der Kamera locker wird: Entspannt vor der Kamera.